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Forstpraktikum der 10. Klasse

Die 10. Klasse berichtet von ihrem Forstpraktikum, das heuer vom 20. bis 24. Oktober im Naturpark Kaunergrat in Tirol stattfand.

Montag:

Bereits um 7 Uhr befanden wir uns am Westbahnhof um in das kalte Abenteuer zu starten. Nach fünf langwierigen Stunden erreichten wir den kleinen Bahnhof der Ortschaft Imst, doch da war unsere Reise noch nicht zu Ende. Zwanzig Minuten zu sechst in einem kleinen Wagen standen uns bevor. Auch diese Hürde meisterten wir mit Bravour. Rasch lernten wir die Stars dieser Ortschaft kennen, wie zum Beispiel Benni Raich. Kaum angekommen, rannte uns das hauseigene Maultier entgegen. Nach kurzer Pause wurden wir zum Naturpark Kaunergrat gebracht. Die Klasse wurde herzlich will- kommen geheißen und wir erhielten die wichtigsten Informationen über die Region und über die kom- mende Arbeitswoche. Als wir kurz vorm Aufbrechen waren, wurde uns gesagt, dass wir zu Fuß den Weg zurücklegen mussten. Da es anscheinend nicht lange dauern würde, nahmen wir dies hin. Im Laufe des Wanderns entwickelten sich zwei Gruppen. Die erste Gruppe hatte einen großen Vorsprung gewonnen. Trotz schlechter Wegweiser gelang es ihnen früher anzukommen. Eine Dreiviertelstunde später gelang es der zweiten Gruppe (plus Lehrer) das Ziel zu erreichen. Nach einem gemeinsamen Abendessen waren wir alle hundemüde und gingen schlafen. Der Tag hat uns sehr viel Freude berei- tet, doch da wussten wir nicht, was auf uns zukommen würde.

Dienstag:

Um 8 Uhr gab es Frühstück. Als wir fertig waren, machten wir uns eine Jause, zogen uns dicke Sa- chen an und fuhren mit Elmar, unserem Gastgeber und Betreuer, den Berg hinauf zu einer kleinen Holzhütte, in der wir unsere Rucksäcke bis zur Pause aufbewahren konnten. Als Elmar uns erklärt hatte, wo wir hingehen sollten, gingen wir mit großen Gartenscheren und Arbeitshandschuhen den Berg hinauf, das war wirklich mühsam. Wir kamen an einer steilen Wiese an, die voller junger Bäume war. Elmar erklärte uns, dass wir von ganz oben alle kleinen Bäume mit den großen Gartenscheren abzwicken und dann auf einen Haufen werfen mussten. Zwei oder drei Mädchen haben die Haufen dann in einen Korb gegeben und abtransportiert. Nach getaner Arbeit gingen wir zur Hütte, aßen unsere Jause und tranken unseren Tee. Weil wir so unerwartet früh fertig waren, beschloss Elmar noch eine Wiese zu säubern, mit viel größeren Bäumen. Die zweite Wiese war zwar nicht so weit weg, aber viel steiler als die erste. Es war richtig anstrengend, aber teilweise auch echt lustig. Nach dieser harten Arbeit durften wir zurück in unsere Zimmer und aßen dann zu Abend. Es gab Pestonudeln, die waren sehr gut.

Mittwoch:

Am Mittwoch in der Früh lag ein halber Meter Schnee. Alles war weiß, wir konnten leider nicht arbeiten. Das tat uns allen sehr leid;) Da wir ja nicht arbeiten konnten, organisierten unsere Lehrer einen Taxibus, der uns in Eiseskälte zu einer Mühle brachte. Wir gingen dann fünfzehn Minuten lang zu der alten Mühle, über die ein alter Mann berichtete. Er zeigte uns auch wie früher Mais gemahlen wurde. Danach holte der Bus uns wieder ab und brachte uns zu einer kleinen Zirbenausstellung. Bei dieser Ausstellung sahen wir uns einen Film an, er war nicht besonders gut. Nach dieser Ausstellung gingen wir fünfundvierzig Minuten lang zu einem Sägewerk mit Zirbenholz. Es war ziemlich kalt und es roch stark nach Zirbe.

Wir aßen unsere Jause und warteten in Eiseskälte auf einen alten Mann, der uns erklärte und vorzeig- te, wie man Zirbenöl aus dem Holz destilliert. Danach fuhren wir ein Stück mit dem öffentlichen Bus, das letzte Stück mussten wir zu Fuß zurücklegen. Keine Ahnung wer auf die Idee kam, aber wir muss- ten im Schneesturm zu unserem Haus gehen. Natürlich hieß es „ nur zwanzig Minuten, dann sind wir am Hof“. Selbstverständlich glaubten wir es und gingen voller Motivation los. Also gingen wir den Berg hinauf und was passierte? Ein Schneesturm brach aus und peitschte den Schnee in unsere Ge- sichter, unsere Finger froren ein und unsere Laune war im Keller. Trotzdem hielten wir heldenhaft eine Stunde lang durch. Als wir am Hof ankamen, gingen alle heiß duschen und fielen ins Bett.

Donnerstag:

Wir begannen den Tag erst um 10 Uhr mit einem nahrhaften Frühstück in unserer Gemeinschafts- hütte. Eine Stunde später machten wir uns aus- gerüstet für den Schnee bereit für unsere Schneeschuhwanderung. Wir wanderten durch Wälder und überquerten sogar einen kleinen Fluss, wo die Alexandra hineinfiel. Ausgerüstet mit Schneeschuhen simulierten wir folgende Situation. Wir mussten einen Schulweg austreten für alle Kinder, die im Schnee gefangen waren. Da der Schnee fast einen Meter hoch war, waren wir danach sehr erschöpft. Am Abend stärkten wir uns mit einer Pizza, sodass wir genügend Kraft auf- bringen konnten um eine Nachtrodelaktion zu veranstalten.

Freitag:

Auch der letzte Tag begann mit einem leckeren Frühstück. Danach hatten wir die Möglichkeit einen Spaziergang an der frischen Luft zu unternehmen und schauten uns die hauseigenen Pferde an. Zum Mittagessen gingen wir zum Abschluss in ein nahegelegenes Gasthaus. Als wir wieder zurück waren, packten wir unsere Koffer. Um 17 Uhr begannen wir uns auf unseren Heimweg zu machen, es ging mit dem Zug zurück nach Wien. Das war unser Forstpraktikum.

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